Die Geschichte Kubas
Die Geschichte Kubas
Bis 1492 lebten auf Kuba lediglich die Indianerkulturen der Kariben. Am 27.Oktober 1492 entdeckte der Genuese und in Diensten Spaniens stehende Christoph Kolumbus (Cristóbal Colón) die Insel Kuba, die er auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien für eine indische Insel hielt und die Ureinwohner deshalb Indianer taufte.
Die Eroberung Kubas
Ab dem 16. Jahrhundert begannen die Spanier die Insel Kuba zu kolonisieren und vernichteten die meisten der dort lebenden Ureinwohner.
Im 18. Jahrhundert setzte ein starker wirtschaftlicher Aufschwung durch Zuckerrohranbau und Sklavenhandel ein. 1762 eroberten britische Truppen Havanna. Ein Jahr später wurde Kuba im Frieden zu Paris im Tausch gegen Florida wieder Spanien zugeschlagen.
Im 19. Jahrhundert wurde aus wirtschaftlichen Interessen in Nordamerika der Anschluss Kubas an die USA erwogen.
Kuba war die letzte große spanische Kolonie die, nach einem 50-jährigen Kampf, ihre Unabhängigkeit gewann. Diese Auseinandersetzung begann 1850. Die Spanier rangen 1878 einen zehnjährigen Volksaufstand gegen ihre Kolonialherrschaft nieder. Kubas Nationalheld José Martí begann den letzten Aufstand um Unabhängigkeit 1895. Am 15. Februar 1898 führte die ungeklärte Explosion des nordamerikanischen Kriegsschiffes Maine vor Havanna zum amerikanisch-spanischen Krieg, der beinahe von kubanischen Revolutionären gewonnen wurde. Spanien schickte eine Million Soldaten, von denen nur 200 000 zurück kamen. Der Rest kam im Kampf um, wurde Opfer von tropischen Krankheiten oder beschloss zu bleiben, um der Armut in ihrer Heimat zu entkommen. Am 10. Dezember 1898 unterlag Spanien im Krieg gegen die USA und musste Kuba an diese abtreten. Das Land geriet unter amerikanische Militärverwaltung.
Am 20. Mai 1902 erlangte Kuba nach dem Abzug der US-Truppen Unabhängigkeit. Tomás Estrada Palma wurde erster Präsident der Republik. Die USA behalten sich jedoch das Interventionsrecht in die inneren Angelegenheiten Kubas durch einen Vertrag permanenter Dauer (Platt Amendment) vor.
Kuba im frühen 20. Jahrhundert
- 1903: In einem Vertrag mit der noch jungen Republik sichern sich die USA zwei Militärstützpunkte auf der Insel: Bahía Honda (1912 zurückgegeben) und Guantánamo Bay.
- 1906 - 1919: Innere Unruhen führen zu militärischen Interventionen der USA (1906 - 1909, 1912, 1917 - 1919).
- 1933: Sturz der Regierung von General Gerardo Machado Morales (im Amt seit 1925). Neuer starker Mann wird der Sergeant Fulgencio Batista Zaldívar (* 1901 ? 1973), der als "Führer der Revolution" Oberbefehlshaber der Armee wird (1933 - 1939).
- 1940 - 1944: Fulgencio Batista wird Präsident
- 1944 - 1952: Präsidentschaft von Carlos Prío Socarrás
- 1952 - 1959: Fulgencio Batista stürzt den Präsidenten, wird Diktator von Kuba und errichtet ein diktatorisches und korruptes Regime (Abschaffung der Verfassung und Unterdrückung der Opposition). Kuba gerät in die völlige Abhängigkeit von den USA.
Die Kubanische Revolution unter Fidel Castro
- 1953 26. Juli: Eine Guerillatruppe unter der Führung des Rechtsanwalts Fidel Castro Ruz (* 1926) unternimmt einen (fehlgeschlagenen) Angriff auf die Moncada-Kaserne von Santiago. Beginn der Revolution unter Führung der Bewegung des 26. Juli (M-26-7). Ihre Ziele sind: Sozialreformen, Demokratie und Wiederherstellung der Verfassung von 1940.
- 1959 1. Januar: Castros Revolutionäre erobern die Hauptstadt Havanna. Fulgencio Batista flieht ins Exil.
- 1959 16. Februar: Fidel Castro übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten.
Das kommunistische Kuba
- 1959 17. Mai: Einführung einer Land- und Agrarreform (Beseitigung des privaten Großgrundbesitzes, Bildung von Kooperativen und staatlichen Betrieben, Verbot von Landbesitz für Ausländer).
- 1959 17. Juli: Osvaldo Dórticos Torrado (*1919, ? 1983) wird Präsident der Republik. Castro bleibt Regierungschef.
- 1960 Juli: Die USA verhängen über Kuba ein partielles Handelsembargo.
Die Schweinebucht-Invasion
- 1961 17. April: Von den USA eindringende Exilkubaner scheitern bei einem Angriff in der "Schweinebucht".
- 1961 2. Dezember: Proklamation der Sozialistischen Republik auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus.
- 1962 (Februar): Die USA verhängen ein totales Embargo auf alle Einfuhren aus Kuba.
Kuba-Krise
- 1962 (September): Die Entdeckung sowjetischer Raketenbasen auf Kuba führt zur so genannten Kuba-Krise.
- 1962 (Okt./Nov.): Die USA errichten eine totale Blockade über Kuba. Nach Geheimverhandlungen zum Abbau amerikanischer Atomraketen in der Türkei stimmen die Sowjets zu, die Raketenbasen auf Kuba zu eliminieren.
Zeit bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion
- 1964 (Juli): Auf Druck der USA wird Kuba aus der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) ausgeschlossen. Alle lateinamerikanischen Staaten (mit Ausnahme Mexikos) brechen ihre diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab.
- 1972 (Juli): Kuba tritt dem »Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe« (COMECOM), der Wirtschaftsorganisation der Ostblockstaaten bei.
- 1973: Kubanische Truppen unterstützen (wenn auch nicht im großen Umfang) die arabischen Armeen von Ägypten und Syrien bei ihrem Angriff auf Israel (Jom-Kippur-Krieg).
- 1975 30. Juli: Die OAS beenden die Sanktionen gegen Kuba.
- 1975: Kubanische Truppen unterstützen ab dem 15. November in Angola die kommunistische MPLA-Regierung im Kampf gegen die FNLA- und UNITA-Rebellen.
- 1976 16. Februar: Kuba gibt sich eine neue Verfassung.
- 1976 2. Dezember: Fidel Castro übernimmt neben seinem Amt als Ministerpräsidenten auch jenes des Präsidenten der Republik.
- 1978: Kubanisches Militärengagement auf der Seite Äthiopiens im Kampf gegen Somalia um das Ogaden-Gebiet.
- 1983 25. Oktober: US-amerikanische Streitkräfte besetzen die Karibik-Insel Grenada (ein britisches Übersee-Dominion) sechs Tage nach dem Mord am grenadischen Premierminister und vertreiben bei der Invasion die dort stationierten kubanischen Truppen.
- 1989: Kuba beendet sein Militärengagement in Angola mit 50.000 Soldaten nach einer de facto-Niederlage mit einer trilateralen Verhandlungslösung zusammen mit Angola und Südafrika.
Kuba nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Weltkommunismus
- 1993 30. Juni: Die letzten Truppen der ehemaligen Sowjetunion verlassen Kuba.
- 1994 5. August: In Havanna kommt es zu den schwersten regierungsfeindlichen Unruhen seit der Machtübernahme von Fidel Castro im Jahr 1959. Als Folge weist Castro am 7. August die Aufhebung der Küstenüberwachung an und löst damit die größte Massenflucht aus Kuba aus.
- 1995 25. März: Kuba tritt dem Vertrag von Tlatelolco bei, der die Verbreitung von Atomwaffen in Lateinamerika untersagt.
- 1997: Anhalten der Wirtschaftskrise (Landwirtschaft, Industrie usw.). Allein der Tourismus erlebt einen großen Aufschwung.
- 1998 (21 -25. Januar): Papst Johannes Paul II. besucht Kuba.
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