Österreichs Wirtschaft
Österreichs Wirtschaft
Die Österreichische Wirtschaft ist genauso wie in den anderen EU-Ländern sehr stark durch Dienstleistungen geprägt. Die Dienstleistungen machen ca. 60 % des BIP aus.
Die österreichische Wirtschaft entwickelte sich anders als z.B. die Deutsche. In Österreich wurden die Wirtschaft stark vom Staat beeinflusst. Einen starken Einfluss auf die Entwicklung hat der traditionelle Handel mit den Ländern hinter dem ehemaligen eisernen Vorhang, der durch die Neutralität begünstigt wurde.
Österreich ist auch seit Jahrzehnten eines der Länder mit den wenigsten Streiks, was vor allem durch die sog. Sozialpartnerschaft ermöglicht wurde. Das hatte zur Folge, daß sich die österreichische Wirtschaft zwar langsamer aber wesentlich stabiler entwickeln konnte.
Industrie
Österreich verfügt über eine sehr moderne und dynamische Industrie, die vor allem in der letzten Zeit durch die Privatisierung der Staatsindustrie und durch große Investitionen wie u.a. die vom Magna-Konzern gefördert wurden. Österreich hat in der Zwischenzeit (2005) die niedrigsten Unternehmenssteuern der EU.
Bekannte österreichische Unternehmen:
- Blum (Marktführender Möbelbeschlägehersteller)
- Alpla (Marktführender als Flaschenabfüller)
- Doppelmayr (Seilbahnenhersteller)
- Plansee-Werke (Technologieunternehmen v. a. in der Raumfahrt)
- Swarovski (Glasprodukte- und Kunstdiamantenerzeuger)
- Red Bull (Erzeuger von Energy-Drinks)
- Wienerberger (weltweit bedeutender Ziegelhersteller)
- Wolford (renomiertes Textilunternehmen)
In letzter Zeit wurden einige Industriebetriebe von ausländischen Investoren aufgekauft. Darunter fallen z.B. der Hersteller Steyr Daimler Puch, die Jenbacher Werke und die Lebensmittelkette Billa.
Staatsunternehmen
Die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft wurde sehr stark von staatlichen Unternehmen dominiert. Man verfolgte bis in die 90er-Jahre das Ziel, die Wirtschaft durch Industrie, die sich im Staatsbesitz befindet, anzukurbeln. Dies war vor allem in den 50er-Jahren sehr förderlich, weil zu dieser Zeit wesentlich weniger Geld vorhanden war, als in anderen Industriestaaten. Die Folgen dieser Politik waren allerdings, daß diese Unternehmen enorme Defizite verursachten, weil auf ihrem Rücken viele politische Ziele, wie z.B. die Senkung von Arbeitslosenzahlen verfolgt wurden.
Was für diese Unternehmen sehr typisch war, war eine enorme Parteibuchwirtschaft. Als Folge des österreichischen Bürgerkrieges mußten zudem die oberen Positionen zwischen den zwei Großparteien genau aufgeteilt werden, was vor allem in den 50er- und 60er-Jahren sehr oft praktiziert wurde.
In den 90er-Jahren begann man, die Staatsindustrie zu privatisieren. Dies hatte für viele Staatsbetriebe zur Folge, daß sie freier agieren und zudem gewinnbringend wirtschaften konnten. Viele Unternehmen wurden durch die Privatisierung ins Ausland verkauft.
Dienstleistungen
Die Dienstleistungen machen in Österreich den größten Anteil der Wirtschaftsleistungen aus.
Dies wird vor allem durch den Tourismus, dem Handel und die Banken erzielt.
Wichtige österreichische Dienstleistungsunternehmen:
- Spar (Supermarktkette)
- Raika (Bankgenossenschaft mit vielen Ortsgruppen)
- Hypo-Bank (im Besitz der Länder, heißen auch Landeshypotekenbank)
- Gebrüder Weiss (Großer Spediteur)
Vor dem EU-Beitritt profitierten die Österreichischen Banken vom Bankgeheimnis.
Viele Österreichische Unternehmen befinden sich im ausländischen Besitz. Bekanntestes Beispiel ist die Lebensmittelkette Billa, die an den Rewe-Konzern verkauft wurde.
Landwirtschaft
Durch die extreme geographische Lage hat Österreich eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft, die sich vor allem auf Qualität spezialisierte, weil sie unter anderem durch den EU-Beitritt kaummehr konkurrenzfähig ist.
Österreich setzt verstärkt auf Biologische Landwirtschaft. Mit einem Gesamtanteil von knapp 10% hat es die höchste Dichte von Biobetrieben in der EU. Das landwirtschaftlich wichtigste Gebiet ist das Marchfeld in der Nähe von Wien.
Wein ist ein wichtiges landwirtschaftliches Exportprodukt Österreichs. Der Hauptabnehmer des Weines ist, neben der Schweiz und USA, mit zwei Dritteln Deutschland.
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