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Reiseinformationen zum Val Grande
Das Val Grande ist das größte Wildnisschutzgebiet der Alpen. Trotz der Nähe zum Lago Maggiore und zu den dicht besiedelten oberitalienischen Städten hat das Gebiet nichts von seiner Unberührtheit verloren. Reiseinformationen rund um das Val Grande.
Die einstige Kulturlandschaft ist seit dem es verlassen wurde komplett zugewuchert, was allerdings auch zu einem Rückgang in der floralen Artenvielfalt führt. Aus der vergangenen Zeit der Landbewirtschaftung gibt es heute trotzdem viel zu entdecken ? das Val Grande ist eine riesige Spielwiese für Entdecker. 1992 wurde das Val Grande zum Nationalpark erklärt. Seit dem ist eine privatwirtschaftliche Nutzung wie die Errichtung von Stauseen, Ferienwohnungen oder Stromleitungen nicht mehr möglich. Die höchste Erhebung ist der Monte Togano mit 2301 Metern.
Wandern im Val Grande
Aufgrund der relativ niedrigen Höhenlage und relativ hoher Niederschlagsmengen ist die Vegetation des Val Grande sehr üppig und dicht. Gleichzeitig ist das Gelände stark zerklüftet und von eingefressenen Bachbetten durchzogen. Pfade die nicht mehr begangen oder gepflegt werden, sind schon nach einigen Jahren nur noch schwierig aufzuspüren. Die Parkverwaltung beschränkt sich darauf einige wenige Hauptrouten zu unterhalten und zu markieren. Deshalb sind Wanderungen im Nationalpark Val Grande orientierungstechnisch und konditionell anspruchsvoll. Wer in abgelegenen Parkregionen von den wenigen markierten Routen abweicht oder sich von den Grathöhen entfernt, setzt sich wenig kalkulierbaren Gefahren aus. Abseits der markierten Pfade oder außerhalb der Saison ist eine entsprechende physische und psychische Verfassung des Alpinisten unabdingbar. Eine vollständige und qualitative hochwertige Wanderausrüstung und ein nicht zu schwerer Rucksack sind obligatorisch. Ein Zelt muss nicht unbedingt mitgenommen werden wohl aber Schlafsack und Isomatte sowie Verpflegung und gut eingetragene Bergschuhe. Einstiegspunkte in den Park sind neben dem beliebten Cicogna auch Malesco, Trontano, Finero (896 m) oder Colloro. Vier Besucherzentren um den Park bei Rovegro, Intragna, Malesco, Premosello-Chiovenda (geöffnet Juli-August 9-18 Uhr 13-14 Uhr Mittagspause) und mehr als ein Dutzend überdachte Biwakmöglichkeiten erschließen den Park rundum für Trekker. Auf bewirtete Hütten trifft man nur selten. Nur das Rifugio di Pian Cavallone (Intragna) und das Rifugio Fantoli am Monte Faié sind saisonal bewirtet. Möglich sind auch geführte, kostenpflichtige Touren die über die Parkhomepages gebucht werden können.
Anreise
Von Deutschland aus bietet sich die Anreise über den Flughafen Mailand (Milano) Malpensa an der regelmäßig von Low-Cost-Fliegern angesteuert wird. One-Way Flüge sind ab 20 Euro zu bekommen. Vom Flughafen sind es 50 Kilometer bis nach Verbania am Lago Maggiore, dem Ausgangsort für Wanderexkursionen. Dorthin gelangt man über die Bahnverbindung von Gallerate nach Laveno-Mombello um dann mit der Fähre nach Verbania überzusetzen oder vom Flughafen Malpensa aus mit dem S.A.F. Bus zum Lago Maggiore. Er fährt in 1 h 20? nach Intra einem Stadtteil von Verbania (verkehrt zwischen 25.3 bis 31.10-- Ticket: 6--50 EUR). Mit dem Auto geht es von der Schweiz ins Rhônetal bis nach Brig und dann durch den Simplontunnel nach Domodossola, dann über die A 26 und SS 34 nach Verbania.
Übernachtung
Cicogna-- Verbania-- Malesco oder in Biwaks (z.B. Casa dell'Alpino-- Alpe Prà-- 15 Plätze Tel. +39-0323 53326)
Klima
Besonders reizvoll ist eine Wanderung im Herbst oder Frühling. Aber auch im Hochsommer wird es in den kühlen Wäldern des Parks nie zu heiß.
Wildlife
Neben der Gefahr von Vipern im Sommer zählt der Park Gämse, Hirsche, Rehe, Fuchs, Wiesel und Marder. Adler kreisen öfters über Steinfelsen-- Bussarde und Eulen sind auch häufig. Die Fauna wartet neben den angepflanzten Kastanien auch mit Linden, Eschen, Ahorn oder der raren Ulme auf. In höheren Lagen findet man Tannen Birke, Pappel, Lärche, Rhododendron und auch das Edelweiß. Am Rande des Parks findet man heute noch Reste des traditionellen Weinbaus, der Weidewirtschaft und der Kastanienkultur.
Geschichte
Das Gebiet um den Rio Val Grande und das Val Pogallo wurde bis zum II. Weltkrieg, wo im Jahre 1944 heftige Partisanenkämpfe stattfanden, intensiv für die Alp- und Forstwirtschaft genutzt. Danach wurde es beinahe komplett verlassen. Zwischen Ende des II. Weltkriegs bis 1969 entvölkerte sich das Gebiet total, bis auf die Alp Serena, die zuletzt aufgegeben wurde. Insbesondere bis zur Gründung des Nationalparks blieb das Gebiet weitgehend sich selbst überlassen. Dadurch konnten sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten erhalten, die dank der Abgeschiedenheit dort ihr ideales Habitat haben.
Touristeninformation
Ente Parco Nazionale Val Grande
Villa San Remigio
I-28922 Verbania-Pallanza
Telefon +39-0323 557960
Fax +39-0323 556397
Web: www.parks.it
Autor: Markus Golletz
