Oldtimerrennen in der Toskana
Oldtimer-- Mille Miglia & Toskana
Röhrende Motoren ein Stakkato der Zylinder und freien Endrohre: Jedes Jahr treffen sich Oldtimer und ihre Fans zum "Mille Miglia storico" in Italien dem Rennen klassischer Fahrzeuge vor der malerischen Kulisse der Toskana. Ein nostalgischer Ausflug zum ehemaligen Inbegriff des Straßenrennens.
Mitten durch diese weltbekannte Landschaft der Toskana führt das klassische Oldtimer-Rennen die "Mille Miglia storico". Es ist nicht die Hektik eines schnellen Rennens die sich hier verbreitet. Vielmehr die ruhige Nostalgie gar die Patina und der Nimbus des Alten und Betagten. Optimaler Beobachtungspunkt ist die "Strada Stradale" 222 zwischen Florenz und Siena. Von den Kammstraßen mitten im Chianti nähern sich hier geräuschvoll die alten Fahrzeuge. Die Piloten tragen Lederkappen Flugzeugbrillen Pelzkragen oder einfach nur Kopftücher; der Trend geht eindeutig zum Cabrio ? sehen und gesehen werden.
Inbegriff des Straßenrennens
Am 26. März 1927 führte die Mille Miglia das erste Mal durch die Toskana. International ging die Mille Miglia als eines der härtesten und längsten Straßenrennen der Welt in die Automobilgeschichte ein. Auf der Strecke Brescia-Rom-Brescia standen den rund 400 Teilnehmern abenteuerliche 1600 Kilometer oder 1000 Meilen bevor. Die Vollgasfahrten über schmale sich durch unübersichtliche Hügellandschaften windende Landstraßen gerieten selbst für hartgesottenste Rennfahrer zur Mutprobe. Ein motorsportbegeistertes italienisches Publikum wagte sich jubelnd und anfeuernd bis auf wenige Zentimeter an die mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten durch halb Italien rasenden Fahrzeuge. Deswegen galt die Mille Miglia lange Zeit als Inbegriff des Straßenrennens bis die Veranstaltung 1957 vorerst eingestellt wurde als nach einem schweren Unfall zwölf Menschen ums Leben kamen.
1977 wurde die Fahrt als "Mille Miglia storico" erneut ins Leben gerufen jedoch kommt es seither nicht mehr auf Geschwindigkeit an sondern auf gleichmäßiges Fahren. Deswegen zieht die Neuauflage des berühmten Straßenrennens nunmehr als (keine Rechtschreibvorschläge) stetig immer mehr Zuschauer und Oldtimer-Enthusiasten nach Italien.
Zick-Zack-Zypressen-Alleen und Rennwagen der 30er-Jahre
Wie eine kulturelle Landpartie breiten sich die Fans am Straßenrand aus eine schönere Kurve nach der anderen präsentiert sich dem Publikum. Tische mit weißen Decken und Blumen vielerorts gibt es einen toskanischen Imbiss ? und das direkt vor der Haustür der Anwohner. Allora ? die Toskana ist eine Kulturlandschaft. Alles ist von Menschenhand geschaffen: Die typische Cretelandschaft entstand durch Landwirtschaft und Erosion die malerischen Zick-Zack-Zypressen-Alleen die sanfte Hügel hinaufklettern oder der köstliche Chiantiwein - etwa der vom Barone Ricasoli am Castello Brolio-- der direkt beim Erzeuger verkostet wird.
Es sind die Stars der 30er und 50er Jahre die hier vorbeischnellen. Früher waren die Wagen mit Rudolf Caracciola oder Sir Stirling Moss besetzt die es hier zum Sieg brachten. Silberfeile: Das Publikum tobt! Und als ein Alfa und ein Ferrari - "la rossa" wird hier die rote Marke liebevoll genannt vorbeizieht kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr.
Bugattis-- BMW 328 und Healey Silverstones gehörten in den letzten Jahren zu den Gewinnern doch für das Publikum zählt nur die Show. Seit 1977 ist das Rennen aus Sicherheitsgründen als Gleichmäßigkeitsfahrt konzipiert bei der es nicht auf Höchstgeschwindigkeit ankommt. Das alles macht die Veranstaltung in der Toskana für die Zuschauer attraktiver die Piloten haben nun auch mal Zeit dem Publikum am Fahrbahnrand zuzuwinken. Trotzdem macht ist Sound am Straßenrand gewaltig macht wirklich etwas her. Jedes Fahrzeug kündigt sich rechtzeitig durch das Stakkato der Zylinder und der freien Endrohre an.Der Abend naht Ende des Rennens Ende des Picknicks. Auf der echten Mille Miglia Strecke geht es zurück ins Herz des Chianti nach Radda. Ein gemächlicher Abend am Kaminfeuer. Und ein paar Träume von alten Boliden auf einer feurigen Rennstrecke.
Autor:Markus Golletz
