Städtelandschaft Rhein-Ruhr
Städtelandschaft Rhein-Ruhr
Das Ruhrgebiet ist mit seinen 5 Millionen Einwohnern nach der Île-de-France, Moskau, Greater London und Istanbul das fünftgrößte Ballungsgebiet Europas und Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr.
Diese ist bereits seit 1995 von der Ministerkonferenz für Raumordnung, die in Deutschland über so genannte Europäische Metropolregionen entscheidet, geschaffen worden. Damit ist das Ruhrgebiet auch Teil des von der Europäischen Kommission im Jahr 1999 aufgestellten Europäischen Raumentwicklungskonzeptes (EUREK).
Auf einer Karte betrachtet könnte man das Ruhrgebiet für eine einzige Großstadt halten, da es teilweise keine erkennbaren Grenzen zwischen den einzelnen Städten gibt. So ist das Ruhrgebiet als eine polyzentrische Städtelandschaft zu bezeichnen.
Das Ruhrgebiet ist auf Grund seiner Geschichte gänzlich anders strukturiert als monozentrisch besiedelten Gebiete, wie beispielsweise Berlin oder Paris, die durch rasches Zusammenwachsen kleinerer Orte und Städte mit einem alles überragenden Zentrum entstanden sind. Die einzelnen Städte des Ruhrgebiets sind jedoch während der Industrialisierung unabhängig voneinander gewachsen.
Die Übergänge zwischen den Städten sind oft durch eine lockere Vorortbebauung und teilweise sogar durch landwirtschaftlich genutzte oder gänzlich unbebaute Gebiete geprägt. Teilweise sind die Stadtgrenzen in der Kernzone des Ruhrgebiets aber auch nur schwer zu erkennen, da die Grenze quer durch dichte Besiedlung verläuft.
Die auf dem verwaltungspolitischen Gedanken der Zusammenführung von einzelnen Kreisen und Städten beruhenden Forderungen, die Einzelstädte zu einer einzigen Stadt Ruhrstadt zusammenzufassen, sind trotzdem immer wieder erhoben, aber gleichermaßen verworfen worden. Der Grund liegt vor allem im starken Eigenleben der großen und mittleren Städte des Ruhrgebiets und darin, dass das Ruhrgebiet auf der Grenze zwischen Rheinland und Westfalen-Lippe seit jeher unterschiedlichen Landschaftsverbänden und Regierungsbezirken zugeordnet ist; zu Zeiten Bismarcks bis ins Dritte Reich war es offen erklärte Politik, das Ruhrgebiet geteilt zu halten und es nicht zu stark werden zu lassen.
Die gewollte Teilung hat durch die daraus resultierende Konkurrenz der Städte eine der vielfältigsten Kultur- und Freizeitlandschaften Deutschlands entstehen lassen. Von Landespoltikern wird immer wieder das Fehlen von Leuchtturmprojekten als Mangel empfunden; doch gerade die Mittelzersplitterung auf viele kleine und mittlere Projekte führt zu grosser Bürgernähe und zu einem hervoragenden Angebot an Nahbereichserholung.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel zu Ruhrgebiet aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
