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Lübeck: Kultur und Sehenswürdigkeiten

Lübeck bewarb sich um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2010", schied jedoch in der Vorrunde aus. Dies ist für die Stadt in ihrem gewachsenen Selbstbewußtsein nur Ansporn, die Rolle als norddeutsche und baltische Kulturmetropole weiter auszubauen.

 

Musik

Natürlich sind die Lübecker Altstadt-Kirchen mit ihrer Vielfalt an barocken wie modernen Orgeln die geborenen Konzertsäle Lübecks, sie haben seit der Norddeutschen Orgelschule den Ruf als Musikstadt maßgeblich begründet. Im Sommer macht das in Lübeck ansässige Schleswig-Holstein Musik Festival in ganz Schleswig-Holstein auch Dorfkirchen, Gutshäuser und -scheunen zu Konzertsälen. Weitere Konzerthallen und Veranstaltungsräume sind die moderne Musik- und Kongresshalle Lübeck, kurz MuK genannt, das Kolosseum der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, die Konzertsäle der Musikhochschule Lübeck, inkl. des geplanten Ausbaus der Holstentor-Halle, das treibsand, in der Alternative Lübeck e. V., kurz "Walli" genannt, das Riders Café in Buntekuh, der Werkhof und die Schuppen 6 und 9.

Theater

Das Theater Lübeck ist in einem Jugendstil-Gebäude in der Beckergrube untergebracht und wurde Mitte der 1990er-Jahre renoviert. Im Großen Haus finden hauptsächlich Operndarbietungen statt, unterstützt von den Lübecker Philharmonikern. Hier haben Hermann Abendroth, Wilhelm Furtwängler und Christoph von Dohnányi den Ausgangspunkt ihrer Karrieren gelegt. Im Schauspielhaus werden Dramen und Komödien sämtlicher Stilrichtungen dargeboten. Daneben gibt es in Lübeck eine kleine Anzahl unabhängiger Theater, unter denen besonders das Lübecker Marionetten-Theater Fritz Fey, das theater combinale, das theater partout, das THEATER Haus Lübeck und das Theater ULKNUDEL e.V hervorzuheben sind.

Kino

Lübeck ist Stammsitz der Cinestar-Kinos, die mit den Lichtspielen Hoffnung in der Hüxtertorallee die Basis ihres Konzerns legten. Dieses traditionsreiche Kino steht nach einem Brand Ende Dezember 2004 leider noch vor der notwendigen Renovierung und galt bis dahin als das schönste Kino Lübecks. Mitte der 1990er Jahre wurde in der Stadthalle nach dem Vorbild der Multiplex-Kinos ein Kinopalast mit sieben Sälen eingerichtet, nachdem Cinestar bereits in einigen ostdeutschen Städten solche Kinos erbauen ließ. Hier laufen heute v. a. Filme des Mainstream-Kinos, wobei nur noch am Wochenende auch Spätvorstellungen angeboten werden und im Unterschied zu ähnlich großen Städten immer noch keine Vorstellungen in englischer Originalfassung zu sehen sind. Es gibt noch zwei weitere kommerzielle Kinos, das Capitol in der Breiten Straße, in dem eher ausgelaufene Mainstream-Filme sowie Programmkino-Filme laufen, sowie das Zweifünfzig in der Königstraße. Der Name ist mit dem Eintrittspreis in Verbindung zu setzen. Das Zweifünfzig zeigt einerseits ausgelaufene Filme in einer Wiedervorstellung zum günstigen Preis, meist zwei bis drei Monate später, oft auch Autorenfilme in der Lübecker Erstvorstellung, auch dann zum günstigen Preis von 2,00? bis 2,50?. Ansonsten merkt man der Lübecker Kinoszene an, dass alle Kinos in der Hand einer Firma sind, die mangels Konkurrenz die Preise und das Angebot diktieren kann. Außen vor bleibt nur das Kommunale Kino in der Mengstraße, ein kleiner Vorführungsraum mit einem kleinen, ausgewählten Filmangebot, das auch selten Gezeigtes abdeckt und dafür schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Jedes Jahr im Herbst wird Lübeck während der Nordischen Filmtage vollends in die Hände der Cineasten übergeben.

Museen

Zeughaus in LübeckFür viele Interessensgebiete kann man Lübecks reichhaltige Museen besichtigen. Als erstes zu nennen ist das weiter unten noch genau aufgeführte, für seine großartige Sammlung mittelalterlicher Sakralkunst, (Memling-Altar), bekannte St. Annen-Museum für Kunst und Kulturgeschichte mit der neuen Kunsthalle St. Annen. Weitere Kunstsammlungen sind im Behnhaus und Drägerhaus mit einem international bedeutsamen Schwerpunkt für die Nazarenische Kunst und sowie im Kulturforum Burgkloster. Die Stadtgeschichte Lübecks wird im Holstentor-Museum dargestellt. In der Nähe des Doms befinden sich das Museum für Natur und Umwelt sowie die im mittelalterlichen Zeughaus gelegene Völkerkundesammlung, das den reichhaltigen Fundus in themenbezogenen Sonderausstellungen anbietet. Ebenfalls noch in der Altstadt kann man das Museum für TheaterFigurenMuseum von Fritz Fey jr. am Kolk besichtigen, Literaturinteressierten sind dann noch das Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum und das Günter-Grass-Haus zu empfehlen. Ein kommerzielles Museum ist der Marzipansalon im Café Niederegger, in dem man alles über das "weiße Gold" erfahren kann. Außerhalb der Altstadt gibt es dann noch die Geschichtswerkstatt Herrenwyk in Kücknitz. Am 12. Juli 2005 öffnete im Burgkloster das Lübecker Museum für Archäologie.

Die Leitung der städtischen Museen obliegt ab 1. Januar 2006 der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck.

Die Literaturstadt

Heinrich und Thomas Mann - um 1900Lübeck sieht einen deutlichen Schwerpunkt des kulturellen Lebens auch in der Auseinandersetzung mit der dort geborenen Literatur der Brüder Thomas Mann und Heinrich Mann, die als Zentrum das Buddenbrookhaus in der Altstadt neben der Lübecker Marienkirche gefunden hat. Viele Fremde begreifen die Buddenbrooks heute noch auch als einen "Lübeck-Reiseführer". Die Hansestadt verleiht den Thomas-Mann-Preis. Weitere berühmte Autoren aus Lübeck sind Emanuel Geibel, Otto Anthes und Erich Mühsam. Günter Grass lebt heute in der Nähe von Lübeck. In der Hansestadt selbst befindet sich das Günter-Grass-Haus mit dem überwiegenden Teil seiner literarischen und künstlerischen Originalwerke. Es gibt die Erich-Mühsam-Gesellschaft, die den Erich-Mühsam-Preis verleit. Auch die Schriftsteller Werner Bergengruen und Theodor Storm waren Schüler des Katharineums.

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