Russlands Kultur
Russlands Kultur
Russland ist wie Deutschland ein Land der Dichter, Denker und Komponisten. In Russland werden die großen Schriftsteller und Komponisten verehrt wie Ikonen und Propheten.
Zu den russischen Schriftstellern von Weltrang gehören: Lew Tolstoi (Krieg und Frieden), Fjodor Dostojewski (Schuld und Sühne), Alexander Puschkin (Eugen Onegin), Nikolai Gogol (Die toten Seelen), Iwan Turgenew (Väter und Söhne), Anton Tschechow (Die Möwe), Michail Lermontow (Ein Held unserer Zeit), Maxim Gorki (Nachtasyl), Iwan Bunin (Ein unbekannter Freund), Vladimir Nabokov (Lolita), Michail Bulgakow (Der Meister und Margarita), Michail Scholochow (Der stille Don), Boris Pasternak (Doktor Schiwago) und Alexander Solschenizyn (Archipel Gulag) (siehe auch: Russische Literatur).
Bedeutende russische Komponisten sind Peter Tschaikowski, Modest Mussorgski, Alexander Borodin, Nikolai Rimski-Korsakow, Michail Glinka, Alexander Glasunow, Sergei Rachmaninow, Alexander Skrjabin, Igor Strawinski, Sergei Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch. Weitere bekannte Komponisten sind Anatoli Ljadow, Michail Ippolitow-Iwanow, Mili Balakirew,César Cui, Anton Rubinstein, Alexander Dargomyschski, Wassili Kalinnikow, Anton Arenski, Reinhold Glière, Nikolai Mjaskowski, Dmitri Kabalewski und Alfred Schnittke.
Neben den klassischen Künsten spielt aber auch die Volkskunst eine große Rolle, einige russische Volkslieder, wie zum Beispiel "Kalinka", "Schwarze Augen" oder "Das Lied der Wolgaschlepper", sind weit über die Grenzen Russlands hinaus bekannt.
Russland brachte auch einige der wichtigsten europäischen Filmregisseure hervor, beispielsweise Sergei Eisenstein und Andrei Tarkowski.
Es gibt kein Land, das in so vielen Sportarten zur Spitzenklasse zählt wie Russland (speziell in den Kategorien Leichtathletik, Wintersport, Turnen/Gymnastik, Gewichtheben). Die Lieblingssportarten der Russen sind Eishockey, Handball, Basketball, Fußball (siehe auch: Fußball in Russland) und neuerdings auch Tennis. Die meisten Schachweltmeister und -Großmeister kommen aus Russland.
Teetrinken hat in Russland Tradition, was wie bei den Engländern auf die alten Handelsbeziehungen mit dem Orient und Asien zurückgeht. Wahrscheinlich lernten die Russen den Tee schon durch die Chasaren kennen. Daher auch das turksprachige Wort für "Tee" in der russischen Sprache: Tschai.
Architektur
Sophienkathdrale im Nowgoroder Kreml: das zweitälteste erhaltene Gebäude einer russisch-orthodoxen KircheDie frühe Architektur Russlands orientiert sich an der des Byzantinischen Reichs: frühe Sakralbauten orientieren sich wie die byzantinischen am griechischen Kreuz, das von fünf Kuppeln gekrönt wird. Beispiele hierfür sind die Sophienkathedrale in Nowgorod oder die Kirche Sankt Demetrios in Wladimir.
Ein eigenständiger russischer Stil hatte sich wahrscheinlich ursprünglich nur im Bereich der Holzbauten entwickelt, von denen aufgrund des Baumaterials aber keine Bauten erhalten sind, die älter als das 17. Jahrhundert sind. Die Kirchen, die daraus entstanden zeichnen sich durch eine einfachere zentrale Anlage und einen großen oktagonalen Mittelturm aus. Diese wurden im Laufe der Zeit immer dekorativer ausgestaltet. Ein berühmtes Beispiel ist die Basiliuskathedrale auf dem Moskauer Roten Platz von 1555.
Westeuropäische Einflüsse breiteten sich mit dem Barock aus. Der russische Barock. Barockeinflüsse begannen sich Ende des 17. Jahrhunderts in Russland zu zeigen (Kirche der Mutter Gottes von Wladimir in Moskau).
Ihren Durchbruch erreichte sie jedoch in der von Zar Peter I. gegründeten Stadt Sankt Petersburg. Europäische Architekten wie Schlüter oder Domenico Trezzini kamen nach Russland, sie bauten Gebäude wie das Menschikow-Palais oder die Peter-Pauls-Festung.
Architektur von Weltniveau erreichten die Baumeister unter Katharina II.. Bartolomeo Francesco Rastrelli. Die Paläste wie der Winterpalast in St. Petersburg, der große Palast in Peterhof oder der große Palast in Katharinenpalast zeigen an den Fassaden einen großen und gewaltigen Rokoko-Stil und sind im inneren exorbitant luxuriös ausgestattet.
Mit dem Klassizismus, der in Russland ungefähr zur selben Zeit einsetzte wie im restlichen Europa begannen erstmals originär russische Baumeister wie Iwan Jegorwitsch Starow eine herausragende Stellung einzunehmen. Die meisten Gebäude der Petersburger Innenstadt sind bis heute klassizistisch geprägt.
Ein Paradebeispiel dafür ist die Rossistraße, deren gesamte Anlage einschließlich der Häuser einem streng geometrischen Gesamtmuster folgt. In den Sakralbauten wie der Isaakskathedrale allerdings mischen sich klassizistische und Historistische Stilelemente.
Anfang des 20. Jahrhunderts waren avantgardistische Strömungen in der gesamten russischen Kultur stark. Nach der Oktoberrevolution konnten ihre Verfechter diese kurze Jahre umsetzen. Beispielgebend ist hier El Lissitzky oder neuartige Prototypen für Wohnungsbau, Industriebau und für die öffentlich Verwaltung. Internationale Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius, Peter Behrens und Mies van der Rohe konnten in Moskau bauen.
Innerhalb weniger Jahre erfolgte ein traditioneller Rückschlag. Ins Monumentale gesteigerte klassiche Muster. Der stalinistische Zuckerbäckerstil begann vorherrschend zu werden, die Repräsentativität stand gegenüber künstlerischen Entwürfen klar im Vordergrund.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel zu Russland aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
