Religion in Japan
Religion in Japan
In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen neben einander bestanden. Die wichtigsten sind der Shinto, der sich von der japanischen Urreligion herleitet und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte.
Neben Shinto und Buddhismus bestehen chinesische Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shinto und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute gehören die meisten Japaner beiden Hauptreligionen an. Daher kann man die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das Christentum spielte in der Geschichte Japans nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem 2. Weltkrieg herrscht eine besonders hohe religiöse Toleranz in Japan - angeblich sind 180.000 Religionsgemeinschaften staatlich anerkannt.
Shinto
Shinto (jap. shint?, "Weg der Götter") - oft auch als "Shintoismus" bezeichnet - ist der Glaube an die einheimischen Götter Japans. Einheimische Gottheiten können Naturkräfte aber auch vergöttlichte Ahnen verkörpern. Shinto ist eine polytheistische Religion ohne Gründer und ohne festgelegte Lehren, beruht daher auf einem anderen Konzept von Religion als die sogenannten "Buchreligionen". Auch Jenseits- und Moralvorstellungen sind nicht deutlich herausgearbeitet und stark vom Buddhismus oder von chinesischen Konzepten beeinflusst. Im Grunde ist der Shinto ein Nebeneinander lokaler Traditionen, die kaum auf einen einzigen Nenner gebracht werden können. Viele Richtungen des Shinto berufen sich allerdings auf die Mythen des Altertums. In deren Mittelpunkt steht die Sonnengottheit Amaterasu, von der sich die Familiendynastie der japanischen Tenno herleitet. Zeitweise, insbesondere ab der Meiji-Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg, galt der Tenno sogar als sichtbare Gottheit, diese Ideologie wurde aber bald nach der Niederlage Japans offiziell widerrufen.
Shinto wird jedoch nicht nur mit dem Tenno, sondern auch mit volksreligiösem Brauchtum assoziiert. Insbesondere die Feste der Schreingottheiten (jap. matsuri) nehmen zumeist den Charakter von fröhlich-überschäumenden Volksfesten an. Shinto wird daher oft als diesseitiges Gegenstück zum jenseitsorientierten Buddhismus aufgefasst. Tatsächlich haben sich Buddhismus und Shinto ab dem 6. Jahrhundert aber oft unterennbar mit einander vermischt und vieles, was heute als shintoistisch gilt, wurde einst mit dem Buddhismus aus China oder Indien nach Japan gebracht.
Buddhismus
Innerhalb der großen buddhistischen Richtungen ist in Japan vor allem der Mahayana-Buddhismus von Bedeutung. Im japanischen Mahayana Buddhismus gibt es mehrere Untergruppen, zu denen u.a. der Zen-Buddhismus, aber auch die Nichiren-Schule oder der Buddhismus vom Reinen Land (jap. Jôdo-shû, bzw. Jôdo shin-shû) gehören. Diese Schulen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Schriften und religiösen Praktiken, sondern auch durch die Konzentration auf verschiedene Buddhas. Im Buddhismus des Reinen Landes steht beispielsweise Amida (sk. Amitabha) im Mittelpunkt des religiösen Glaubens. Diese Richtung ist heute die am weitesten verbreitete in Japan, hat aber auch Anhänger in anderen asiatischen Ländern. Kaum eine buddhistische Richtung schließt die anderen Richtungen kategorisch aus und auch der Shinto wird im Allgemeinen nicht abgelehnt, sondern als Ergänzung der eigenen Religion betrachtet.
Der Buddhismus war von Beginn an ein wichtiges Bindeglied zwischen Japan und den ursprünglich kulturell überlegenen Kulturen Chinas und Koreas. Besonders im japanischen Altertum fungierten buddhistische Mönche als Lehrmeister der chinesischen Kultur. Im japanischen Mittelalter (13. - 16. Jh.), als der Einfluss des Festlandes allgemein geringer wurde, war es vor allem der Zen-Buddhismus (chin. Chan), durch den chinesisches Wissen lebendig gehalten wurde. Interessanterweise trug der Zen-Buddhismus aber auch maßgeblich zur Ausbildung einer japanischen Ästhetik bei, die noch heute für Japan charakteristisch ist. Insbesondere Teezeremonie und Gartenarchitektur sind vom Zen geprägt. Die angebliche Verwandtschaft von Zen und den Kriegskünsten (z.B. Bogenschießen) beruht hingegen oft auf nachträglichen Geschichtskonstruktionen. Kriegerische Traditionen gibt es in allen großen Strömungen des japanischen Buddhismus, viele Klöster unterhielten auch eigene Armeen.
In der modernen japanischen Gesellschaft spielt der Buddhismus vor allem im Toten- und Ahnenkult eine bedeutende Rolle. Die meisten Japaner werden nach buddhistischem Ritus bestattet (d.h. verbrannt und in einer Urne beigesetzt), viele Haushalte besitzen darüber hinaus einen buddhistischen Hausaltar, der dem Gedächtnis der Ahnen dient.
Christentum
Das Christentum spielt in Japan nur eine untergeordnete Rolle, da die Vorstellung eines einzigen, allmächtigen Gottes mit den traditionellen religiösen Vorstellungen schwer in Einklang zu bringen ist. Heute sind nur etwa 3 % aller Japaner Christen, angeblich ein geringerer Bevölkerungsanteil als während der ersten christlichen Missionierung im 16. Jahrhundert. Zwischen 1612 bis 1873 war das Christentum in Japan verboten, alle Sympathisanten des Christentums waren härtesten Verfolgungen und Repressionen ausgesetzt. Dennoch hielten sich einzelne christliche Gemeinden im Untergrund, die unter dem Begriff Kakure Kirishitan bzw. hanare kirishitan zusammengefasst werden.
Die katholische Kirche zählt in Japan etwa 450.000 Mitglieder (Stand: 2002), und die von Nikolai von Japan im 19. Jahrhundert gegründete japanische orthodoxe Kirche hat etwa 30.000 Mitglieder. Die meisten evangelischen Gemeinden in Japan wurden von amerikanischen Missionaren im 19. oder 20. Jahrhundert gegründet. Japanische Christen betreiben einen im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil überproportional hohen Anteil der japanischen Schulen, Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen; von den Schülern wird jedoch keine Konversion erwartet.
Vor dem Zweiten Weltkrieg zählten die Zeugen Jehovas in Japan einige Hundert Anhänger. Am 21. Juni 1939 wurden 130 Mitarbeiter der Todaisha, der damaligen japanischen Wachtturm-Gesellschaft, verhaftet, wodurch die Aktivität der Zeugen Jehovas in Japan bis zum Kriegsende praktisch zum Erliegen kam. Mitte der 1950er-Jahre überschritt die Mitgliederzahl die Tausendergrenze, 1972 gab es etwa 14.000 Anhänger, und bis 2004 ist die Zahl der japanischen Zeugen Jehovas auf mehr als 217.000 angewachsen. 70.000 von ihnen sind gegenwärtig in der Missionierung neuer Mitglieder besonders aktiv.
Islam
Der Islam wird nur von den in den letzten Jahren verstärkt ins Land kommenden iranischen und pakistanischen Gastarbeitern praktiziert.
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