Die Geschichte Japans

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Die Geschichte Japans

Die von 10.000 v. Chr bis 2.400 v. Chr. dauernde Periode wird nach der charakteristischen Jômon-Töpferware bezeichnet. Die Bewohner Japans lebten zu dieser Zeit von Jagd, Fischfang und gesammelten Pflanzen. Reis-Reste wurden von mehreren Fundstellen der Jomon-Kultur publiziert, nur die Pflanzenreste von Kazahari (Präfektur Aomori) wurden aber bisher direkt datiert.

In der folgenden, von 2.400 v. Chr. bis ins Jahr 300 dauernden Periode, die nach der vorherrschenden Töpferware Yayoi genannt wird, findet man eine voll-neolithische Produktionsweise. Sie ist mit einer Zuwanderung aus Korea verbunden, die auch in der darauf folgenden Kofun-Periode anhielt. Die ältesten Belege für Ackerbau aus Okinawa stammen aus Naazakibaru, wo Weizen und Gerste gefunden wurden (8. Jh. n. Chr.). Von dem Fundort Nagabaru Higashi auf der Insel Iejema stammt Reis, der aus dem 6. Jh nach Chr. stimmt, man nimmt aber an, daß er importiert ist.

Dem Ackerbau folgte schnell der Aufbau hierarchischer Gesellschaftsstrukturen, Kleinstaaten bildeten sich und vereinten sich zu größeren Staaten. Chinesische Berichte jener Zeit sprechen von einer über ganz Japan herrschenden Kaiserin namens Himiko oder Pimiku. Über Korea wurde in dieser Periode die Eisenverarbeitung eingeführt.

Das in der Kofun-Periode geeinte Japan nahm seinen Anfang in der fruchtbaren Kinai-Ebene. Ihren Namen erhielt die Periode von den Grabbauten (Kofun) der Herrscher.

Um das Jahr 400 herum befand sich in der Provinz Yamato (heute Präfektur Nara) ein Machtzentrum, das seinen Einfluss allerdings noch nicht auf Kanto, Tohoku und Hokkaidô ausgedehnt hatte. Unter einem teilweise nur repräsentativen Tennô (Kaiser) lag die politische Macht größtenteils in Händen der Soga-Familie. Diese Zeit sah einen intensiven Austausch mit Korea (Kudara-Dynastie) und China. Sowohl die chinesische Schrift als auch religiöse Ideen (Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus) fanden im 4. und 5. Jahrhundert allmählich ihren Weg nach Japan. Dem Prinzen Shôtoku wird die erste schriftliche Verfassung Japans zugeschrieben, die 17 Paragraphen zu Ethik und Politik enthielt.

Im Jahre 645 begründete Nakatomi no Kamatari den Aufstieg der Fujiwara-Familie, deren Einfluss erst im 11. Jahrhundert durch die Samurai enden sollte. Diese Zeit sah ebenfalls eine Verwaltungs- und Steuerreform nach chinesischem Vorbild, sowie eine Landreform, bei der der Staat Ackerland aufkaufte, um es gleichmäßig an die Bauern zu verteilen.

Erster Kontakt mit Europa

Bis 1544, als die ersten Europäer an der japanischen Küste landete, war Japan in Europa lediglich durch die Erzählungen von Marco Polo bekannt. Marco Polo selber hatte Japan nie bereist, aber er gab das weiter, was er durch seine chinesischen Gesprächspartner erfahren hatte. Er schilderte es als ausgesprochen reiches Land, dessen Kaiserpalast ein Dach aus Gold trüge, die Einwohner seien hellhäutig und zivilisiert, dessen Küste jedoch nur mit einer so gefahrvollen Überfahrt von China aus zu erreichen sein, so dass kein Kontakt zu diesem Reich bestünde.

Seit 1511 hatten portugiesische Seefahrer an der Küste Chinas Handel betrieben, sie hatten jedoch aufgrund unzureichender Ressourcen auf den Versuch verzichtet, das ferne Japan zu erreichen. Der erste Kontakt entstand unfreiwillig; eine Dschunke, an deren Bord sich drei Portugiesen befanden, war in den Monsunwinden derart abgetrieben wurden, dass sie 1544 als erste Europäer an der südwestlichen Küste Japans, im Fürstentum Bungo anlandeten.

Die Japaner bestaunten den kleidungs- und physiognomischen Unterschied ihrer Gäste, wobei die seidenen Kleiderstoffe und die von den Portugiesen getragenen Degen als Zeichen ihrer hierarchisch hoch stehenden Positionen. Abscheu erregte die aggressive Umgangsweise miteinander, ihre mangelnde Körperpflege, die Bärte und ihre in den Augen der Japaner äußerst unappetitlichen Essweise, bei der sich die Portugiesen der Hände bedienten, sich quer über den Tisch von allen Nahrungsmitteln bedienten und Speisereste auf dem Tisch ablegten.

Von den kuriosen Gäste wurde einer, der extrovertierte Fernao Mendes Pinto an den Fürstenhof gebracht, wo er eine gewissen Akzeptanz des hypochondrischen Fürsten gewann, als er ihm Hölzer zur Verfügung stellte, aus denen medizinische Suds gewonnen werden konnten. Von besonderem Interesse waren jedoch die Musketen und Arkebusen, die sich an Bord der Dschunke befanden. Japan kannte zu dieser Zeit noch keine Schusswaffen.

Den Portugiesen folgten Spanier, Holländer und Engländer - darunter William Adams der wohl als erster Europäer den Rang eines Samurai erhielt. Japan selber erlebte in dieser Zeit eine Periode der inneren Zersplitterung. Einzelne Daimyos sahen Vorteile in der Zusammenarbeit mit den Europäern, die mit Japan Handel trieben und Neuerungen ins Land brachten - unter anderem auch Schusswaffen. Missionare begannen zudem, den christlichen Glauben zu verbreiten und verschafften sich teilweise großen Einfluss bei einigen Daimyos, von denen einige mit ihren Untertanen zum Christentum übertraten.

Als die negativen Aspekte des westlichen Einflusses offenbar wurden, begann sich das nun wieder geeinte Land Stück für Stück vom Westen abzukapseln. 1612 wurde der christliche Glaube verboten, bestand aber im Untergrund noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Japaner durften das Land nicht mehr verlassen. Bis 1639 wurden alle Nanban ("Barbaren aus dem Süden", also Europäer) und Menschen, die aus japanisch-europäischen Verbindungen stammten, vertrieben. Nur die Holländer durften bei Nagasaki noch eine Faktorei (ausländische Handelsniederlassung) betreiben.

Das verschlossene Japan

Für die nächsten 200 Jahre herrschte eine fast totale Selbstisolierung durch das Shogunat. Die Verbindung zur Außenwelt riss aber trotzdem nie ganz ab, da über die holländische Handelsniederlassung auf der künstlichen Insel Deshima regelmäßig europäische Besucher nach Japan kamen. Die Wissenschaft der so genannten Rangaku (Hollandstudien) entstand, in der einige wenige japanische Wissenschaftler europäische Bücher auswerten durften, um sich ein Bild von der Außenwelt zu machen.

Für Europa wurde Japan in dieser Zeit zum Inbegriff des Fernen Ostens, und man bezeichnete es als fremdartig, exotisch und undurchdringlich.

Die Öffnung Japans

Anfang des 19. Jh. versuchten Russland und die USA zunächst vergeblich, aus wirtschaftlichen Gründen die freiwillige Isolation Japans aufzubrechen. Erst als am 8. Juli 1853 unter der Führung von Commodore Matthew Perry die amerikanischen Kriegsschiffe Mississippi, Plymouth, Saratoga und Susquehanna im Hafen von Uraga nahe Edo (dem heutigen Tokyo) einliefen, konnte Japan dem Druck von außen nicht mehr standhalten. Aufgrund des 1854 zwischen Abe Masahiro und Perry geschlossenen Vertrages von Kanagawa wurden zunächst die Häfen Shimoda und Hakodate für amerikanische Schiffe zum Laden von Proviant geöffnet und die Errichtung eines amerikanischen Konsulates beschlossen.

1858 unterzeichneten Townsend Harris und der Regent (tairô) des Shogunats Ie Naosuke den offiziellen Handelsvertrag zwischen Japan und den USA. Noch im gleichen Jahr vereinbarte er weitere Verträge mit Russland, Holland, England und Frankreich. Damit war die Epoche der Selbstisolierung für das Inselreich beendet und die Epoche der Modernisierung brach an. Die ersten Europäer, die Japan nach der Isolation betraten, wurden Nanbanjin genannt.

Der amerikanisch-japanische Vertrag, dem weitere Verträge mit euroäischen Staaten folgten, glich den "ungleichen Verträgen" der Briten mit dem chineischen Kaiserreich. Aber die Wirkung in Japan war anders. Viele Japaner erkannten, dass ihr Land nur dann weiter bestehen konnte, wenn es sich dem Westen anpasste und sich modernisierte. Eine ungeheure Begeisterung für den Westen und seine Kultur erfasste viele Japaner. Sie übernahmen rasch alles Westliche, die europäischen Kleidung, Sitten und Gebräuche Europas und holten ausländische Handwerker und Baumeister ins Land. Kaiser Meiji erließ 1868 eine Verfassung, die sich auf die modernen Grundsätze der Gleichheit und Freiheit gründete (Meiji-Restauration bzw. Meiji-Reform) und das Land öffnete sich westlichen Einflüssen.

Die Politik der Großmächte wurde zunehmend übernommen-- um mit ihnen Schritt halten zu können. Es folgte eine "Reform von oben"-- die die Bewahrung der Unabhängigkeit Japans zum Ziel hatte.

Japan benötigte jedoch zum einen Hilfe von ausländischen Experten, die sich mit den westlichen Systemen auskannten und zum anderen die Fähigkeiten von japanischen Spezialisten, die in Europa und den USA ausgebildet wurden, um vom Westen zu lernen.

1868 erfolgte eine umfassende Reform des Landes durch den Meiji-Tenno und durch die politische und soziale Führungsschicht. Trotz einiger Unruhen und dem Aufkommen fremdenfeindlicher Kräfte wurde eine grundlegende Umgestaltung der staatlich-politischen und wirtschaftlich-sozialen Verfassung vorgenommen (Meiji-Reformen). Einige dieser neuen Entwicklungen wurden ausgelöst durch den seinerzeitigen Staatsminister Iwakura Tomomi, der im Jahre 1872/73 mit anderen hohen Regierungsführern eine ausgedehnte Reise durch Europa und in die USA gemacht hatte. Als Folge darauf setzte die Regierung verstärkt auf Berater aus dem Ausland, mit deren Hilfe die Entwicklung deutlich beschleunigt wurde.

Einige Punkte der Reform der Meiji-&Aumlra nach westlichem Vorbild sind:

 

  • Abschaffung des Feudalsystems
  • Einführung der Wehrpflicht und einer Armee
  • Verbesserung des Kommunikations- und Verkehrssystems
  • Steuerreform und Einführung des Privateigentums
  • Ein modernes Rechts- und Bildungssystem

Diese Reform legte den Grundstein für die neuzeitliche Industrieproduktion Japans und führte zum Aufblühen der Wirtschaft.

Ein Historiker jener Zeit sagte dazu:

Japan war in den ersten zwei Jahrzehnten der Meiji-Zeit trunken von dem starken Wein westlichen Denkens, westlicher Technik und westlicher Sitten. Tatsächlich stand Japan zu dieser Zeit unter starkem Einfluss der europäischen Mächte und der USA. Ziel der Modernisierung war das Gleichziehen mit den anderen Weltmächten, um am Weltgeschehen mitzuwirken.

Japan wollte mit dem imponieren, was ihm an den anderen Staaten imponierte und übernahm deshalb auch die imperialistische Denkweise. Bereits in den 1870er-Jahren zwang die aufblühende Textil- und Schwerindustrie die Politik, ihre außenpolitischen Aktionen aufs Festland auszubreiten, um Absatzmärkte für japanische Produkte zu schaffen.

Das imperialistische Japan

Korea stand schon lange im Blickpunkt japanischer Politik, die chinesische Vorherrschaft erschwerte jedoch jegliche Bemühungen um Korea. Der Beschuss eines japanischen Schiffes in koreanischen Gewässern 1875 veranlasste Japan, Koreas Unabhängigkeit zu erzwingen und China dazu zu bewegen, diese anzuerkennen. Tokio wollte aber keine militärische Auseinandersetzung mit China und entschied sich deshalb lediglich für das Zurückdrängen.

Als China 1894 jedoch Truppen nach Korea entsandte, um die dortigen Unruhen einzudämmen, kam es zum Krieg mit Japan. Dieser ging als "Sino-japanischer Krieg" (auch Chinesisch-Japanischer-Krieg genannt) in die Geschichte ein. Japan konnte den Krieg mit Hilfe seiner modern ausgerüsteten Truppen gewinnen und erlangte damit einen wirtschaftlichen Vorteil, da es den Reis benötigte.

Japan strebte nun nach einem immer größeren Einflussgebiet auf dem asiatischen Kontinent. Dieses Streben rief allerdings Russland, Frankreich und das Deutsche Reich auf den Plan. Sie befürchteten, dass Japan zu stark werden könnte und damit das Gleichgewicht im Fernen Osten gefährdet wäre. Man versuchte auf diplomatischem Weg Japan zurückzudrängen. Es folgten jedoch weitere Konflikte mit den Großmächten, da die Interessen an China, Korea und der Mandschurei aufeinander trafen.

1904 eskalierten die Rivalitäten mit Russland im Russisch-Japanischen Krieg. Zur Überraschung vieler Europäer konnte Japan sich gegen die Großmacht Russland durchsetzen und 1905 wurde der Friede von Portsmouth geschlossen (die USA vermittelten). Japan wurde unter anderem auch das Protektorat (Schutzherrschaft) über Korea zugesprochen. 1910 folgte die Annexion Koreas.

Die dritte Möglichkeit zur Ausdehnung Japans (nach den Kriegen gegen China und Russland) bot der Erste Weltkrieg. Es wurde dem Deutschen Reich der Krieg erklärt und Truppen nisteten sich in China ein. Japan wurde immer offensiver, 1931 unterwarfen sie die Mandschurei und vertrieben die dortigen chinesischen Behörden. 1932 riefen sie in den Ostprovinzen ihren Marionettenstaat Mandschuko aus. 1937 erklärte Japan erneut China den Krieg und besetzte bis 1945 halb China. Dabei kam es zu Kriegsverbrechen japanischer Soldaten in China (Massaker von Nanking sowie grausame medizinische Experimente an Gefangenen). Die japanische Armee ging mit großer Brutalität vor. Nach chinesischen Angaben sollen zwischen 5 und 10 Millionen chinesische Zivilisten getötet worden sein. Die Bombardierung Shanghais 1937 setzt den Auftakt des japanischen Eroberungsfeldzuges durch Südostasien. Er kostete bis 1945 insgesamt etwa 20 Millionen Menschen das Leben. Die Einheit 731 führte in Lagern grausame Experimente an Gefangenen durch. Es sind japanische Menschenversuche mit biologischen Krankheitserregern an Chinesen bekanntgeworden.

Japan und Deutschland haben seit 1936 (Antikominternpakt) zusammengearbeitet, doch selbst der Dreimächtepakt von 1940 und das Militärbündnis von 1942 führten schon wegen der großen geografischen Entfernung nicht zu gemeinsamen Aktionen. Die Sowjetunion schloss am 13. April 1941 den japanischen-sowjetischen Neutralitätpakt mit Japan, der fünf Jahre gelten sollte.

Durch den Angriff auf Pearl Harbor versuchten die Japaner im Pazifik ihre Politik, Asien den Asiaten, durchzusetzen. Sie entfachten damit den Pazifikkrieg gegen die USA und ihre Alliierten. Doch mit der Schlacht um Midway kam die Wende im Zweiten Weltkrieg. Die Alliierten unter US-Führung (General Douglas MacArthur) konnten Insel für Insel die japanischen Eroberungen zurückerkämpfen. Nach der Landung der Amerikaner auf Okinawa und Iwo Jima verlor Japan die Kontrolle über den Pazifik.

Im Juli, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, berieten sich die Regierungschefs von Amerika, England und (National-)China in Potsdam. Am 26. Juli veröffentlichten sie ein Ultimatum an Japan. Sie drohten, dass die Alliierten das Land zerstören würden, wenn es nicht sofort kapituliert. Regierung und Militär gingen jedoch nicht darauf ein, sondern forderten das Volk (ohne es über das Ultimatum zu informieren) dazu auf, bis zum "Endsieg" zu kämpfen. Am 6. August 1945, noch bevor die Sowjetunion in den Krieg gegen Japan eingriff, warfen die Amerikaner die erste Atombombe auf Hiroshima, drei Tage später die zweite auf Nagasaki, insgesamt wurden über 150.000 Menschen getötet, mindestens noch einmal soviele verletzt. Die beiden Atombomben richteten schwere Verwüstungen an, viele Menschen und ihre Nachkommen litten (und leiden immer noch) unter den Folgen der Strahlenkrankheit. Die Sowjetunion brach den Neutralitätpakt und erklärte Japan am 8. August 1945 den Krieg.

Am 15. August verkündete Tenno Hirohito über Rundfunk die Kapitulation Japans. Dies war für die japanische Nation schon deshalb ein Schock, weil sie zum ersten Mal überhaupt die Stimme ihres Kaisers hören konnte.

Das moderne Japan der Nachkriegszeit

1945-1948 wurde unter der Kontrolle der Amerikaner - ähnlich wie in Deutschland - zunächst eine Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur eingesetzt. Wie Deutschland bildete Japan ein großes industrielles Zentrum und das einzige potentielle Rüstungsarsenal des Fernen Ostens. Auch dort galt US-Verantwortung als Konsequenz aus der Forderung nach "unconditional surrender". Fast 90.000 Angehörige des US-Militärs waren dort eingesetzt. Über Hunderttausend Japaner arbeiteten für das US-Militär. Die Besatzungskosten verschlangen ein Drittel des Staatshaushalts. 700.000 Personen befanden sich in der Überprüfung (ein Verfahren entsprechend der Entnazifizierung in Deutschland). Japan wurde entmilitarisiert und leistete Reparationen.

1948/1949 kam es zu Modifikationen aufgrund der Vorschläge des US-Außenministeriums, erarbeitet von George F. Kennan: Die USA bejahten eine gewisse japanische Stärke, die es vor einer denkbaren russischen Invasion schützen sollte, sowie einen Wiederaufbau seiner Industrie. Man ermutigte die japanische Regierung zur Eigenverantwortlichkeit und förderte den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Die "Säuberungen" liefen aus, es kam zu schnellen Entscheidungen über Eigentumsfragen.

Eine neue, demokratische Verfassung wurde eingeführt, die den Tenno als Symbol des Staates und der Nation beließ. Angesichts der Schrecken des Zweiten Weltkrieges betont die Verfassung den Weltfrieden als Staatsziel Japans. Der Artikel 9 der japanischen Verfassung verbietet die Aufstellung von Militär, was so interpretiert wird, dass Selbstverteidigungsstreitkräfte ohne Langstreckenwaffen erlaubt sind.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten konnte Japan einen grandiosen wirtschaftlichen Aufschwung erreichen. Infolgedessen wurde das Land zu einem der reichsten Industriestaaten. Erst die Asien-Krise Ende der 90er Jahre schwächte die Wirtschaft des Landes vorläufig etwas.

Fazit der Modernisierung Japans

Heute ist Japan wie selbstverständlich ein Land des Westens, denn es herrscht die Demokratie, es entstand eine der größten Wirtschaftsnationen (G8) der Erde und aus dem einst so verschlossenen Japan ist eine kosmopolitische Lebenswelt geworden.

Eine Aufarbeitung der Kriegsjahre und der japanischen Verantwortung, vor allem für Kriegsverbrechen der Armee in Ostasien, steht allerdings bislang noch aus. Die ökonomische Verschränkung mit den Nachbarstaaten verhindert tatsächliche größere Konflikte, aber die nicht gelösten Traumata führen immer wieder zu Symbolischen Krisen in Ostasien.

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