Indiens Wirtschaft

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Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1947 bauten Jawaharlal Nehru und Prasanta Chandra Mahalanobis eine sozialistische Planwirtschaft mit marktwirtschaftlichen Elementen auf. Das Konzept wurde zusammen mit den großen Industriellen Jehangir Ratanji Dadabhai Tata und Kumar Birla ausgearbeitet und im Bombay Plan niedergelegt. Mit dem Ziel, die weit verbreitete Armut zu überwinden, sollte der Staat die Grundlage für ein gleichmäßiges Wachstum schaffen. Die lokale Industrie sollte gegen ausländische Konkurrenz geschützt werden und die Schwerindustrie sollte besonders gefördert werden.

Die wirtschaftlichen Ziele werden seit 1951 in Fünf-Jahresplänen festgelegt. Die Importsubstitution sollte Importe durch Güter aus eigener Herstellung ersetzen. Dadurch sollten einerseits Devisen gespart werden und anderseits Arbeitsplätze für die eigene Bevölkerung geschaffen werden.

Bereits zu Beginn der 60er Jahre wurde das System als zuwenig offen und marktwirtschaftlich kritisiert. Man störte sich vor allem am mangelnden technischen Fortschritt und am fehlenden ausländischen Kapital. Mit dem achten Fünf-Jahresplan für die Jahre 1992 ? 1997 setzte die Regierung unter P. V. Narasimha Rao auf eine Liberalisierung der Wirtschaft. Damit konnte auch den Forderungen der Weltbank entsprochen werden, deren Kredite dringend benötigt wurden um die in den 80er Jahren stark angestiegenen Staatsschulden abzubauen.

Der Übergang von einer sozialistisch-inspirierten Wirtschaftspolitik der staatlichen Kontrolle und Reglementierung zu einer liberalen Wirtschaftspolitik (soziale Marktwirtschaft) führte zu einem stetigen Wirtschaftswachstum seit 1991. Goldman Sachs sagt voraus, dass 2050 Indiens Wirtschaft die drittgrösste der Welt sein wird. Indien wird dabei nicht nur eine bedeutende Produktionsstätte sein, sondern auch einen wesentlichen Absatzmarkt für Endprodukte.

Strukturmerkmale

Indiens Wirtschaft ist mit einem Bruttosozialprodukt von 568 Milliarden US-Dollar die 12. größte der Welt. Bedingt durch die hohe Einwohnerzahl von fast 1,05 Milliarden befindet sich Indien nur auf Platz 143 der Pro-Kopf-Einkommensliste.

Indiens Wirtschaft wird noch dominiert von der Landwirtschaft, obwohl diese nur 25,6% des Bruttosozialproduktes ausmacht, hängen ca. 60% der Jobs davon ab. Industrie und Dienstleistungen sind jedoch die starken Wachstumsmärkte und bestimmen das Bruttosozialprodukt. Diese machen mittlerweile 25% bzw. 50% des Bruttosozialproduktes aus. Indien profitiert zunehmend von der steigenden Anzahl gut ausgebildeter Arbeitskräfte mit englischen Sprachkenntnissen und hat sich deshalb zu einem der wichtigsten Exportländer für Software und Software-Spezialisten entwickelt.

25% der Einwohner Indiens leben unterhalb der Armutsgrenze. Indien ist jedoch ein Land der Gegensätze, ca. 300 Millionen Einwohner machen die indische Mittelklasse aus, die einen Heißhunger auf Konsum- und Luxusgüter hat.

Indiens Bruttosozialprodukt wuchs in 2002 und 2003 jeweils um 4.3%. Für 2004 wird ein Wachstum von 6% erwartet. Dieses Wachstum wird hauptsächlich durch die große Outsource-Welle aus Amerika und Europa verursacht, speziell in den Bereichen Callcenter, Hard- und Software sowie Gesundheitswesen.

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