Macau
Besuch der Stadt Macau
Letztes Wochenende bin ich nach Macau gefahren. Mit der Fähre dauert es nur eine gute Stunde und schon ist man in der ehemaligen portugiesischen Kolonie und heutigen Sonderverwaltungszone Chinas.
Auch wenn weit über 90 Prozent Chinesen in Macau leben und diese weitestgehend nur Kantonesisch bzw. Mandarin sprechen habe ich mich alleine zu Recht gefunden; zum ersten Mal seit fast 2 Monaten! Dank der Portugiesen ist alles zweisprachig ausgeschildert und ich konnte wieder selber lesen, wo es lang geht; ohne Angst zu haben mich zu verirren. Wobei ich nicht immer den direkten Weg genommen habe. Die vielen kleinen und verwinkelten Gassen haben dies nämlich erschwert. Daran konnte man den europäischen Einfluss gut erkennen.
Macau ist eine sehr lebhaft Stadt mit "nur" ½ Mio. Einwohnern. Um dem Treiben zu entgehen, kann man sich in einen der vielen kleinen und gut gepflegten Parks zurückziehen. Wenn man eine andere Art von Trubel bevorzugt, stehen jede Menge Casinos a la Las Vegas zur Verfügung. Sämtliche großen Ketten haben entweder erst vor kurzem geöffnet oder tun dies in den nächsten 2-3 Jahren.
Insgesamt werden Milliarden auf diesem Wege nach Macau gepumpt. Die Chinesen spielen nun mal gerne und als einzige Stadt in ganz China mit Glückspiellizenz kommen entsprechend viele Touristen. Erschrocken war ich aber bei den Tischlimits. Da denkt man, die Chinesen haben nicht so viel Geld und dann ist der Mindesteinsatz 10EUR pro Tisch (bis auf ganz wenige Ausnahmen). Am ersten Abend hatte ich in einem etwas edleren Casino aber Glück, fand einen 5 Euro Tisch und hatte einen guten Riecher. Meine Ausgaben fürs Essen, Trinken und für sämtliche Transporte in Macau habe ich raus geholt.
Am zweiten Abend in einem anderen Casino habe ich zwar 10 EUR verloren, aber ein umfassendes Rahmenprogramm gehabt. Kostenlose Getränke, Fußball gucken und gute Live Musik. Das Beste waren aber die Chinesen an meinem Tisch. Nach jedem Spiel wurden ganze Analysen durchgeführt um danach die Jetons strategisch zu platzieren. Das System meines Nachbarn war aber so kompliziert, dass er nie mit dem Setzen fertig wurde, bevor es hieß "No more bets, please".
Wenn er dann verloren hatte, beschwerte er sich auch jedes Mal, dass der Croupier doch etwas länger warten solle (Das vermute ich zumindest, da alles auf Chinesisch war). Ich habe meine Chips einfach nach Lust und Laune irgendwo hingesetzt, da die Gewinnwahrscheinlichkeit eh überall gleich ist und somit genug Zeit gehabt mich über meine Nachbarn zu amüsieren.
Neben den Casinos ist Macau auch für sein Essen berühmt. Es gibt viele Restaurants und die meisten sehen sehr gut aus. Und für jeden ist etwas dabei, egal ob verschiedene chinesische Stil, thai, indisch, mexikanisch, italienisch, ? oder portugiesisch. Ich war zwei Mal sehr lecker Essen, wobei ich bei der europäischen Küche blieb. Endlich mal wieder mit Messer und Gabel essen und ein ordentliches Stück Fleisch damit zerlegen und nicht das übliche Abnagen von den Knochen.
Insgesamt hatte ich 1 1/2 richtig schöne Tage. Jetzt habe ich noch knappe 2 Wochen vor mir, bevor ich einen Vergleich mit Hong Kong habe. Mal sehen, welche Stadt mir besser gefällt.
