Commercial Centre in Luo Hu
Luo Hu Commercial Centre
Letzten Samstag hat es mich für einen halben Tag ins Luo Hu Commercial Centre verschlagen. Genauer gesagt konnte ich mit dem Firmenbus mitfahren, der einige Mitarbeiter zur Grenze nach Hong Kong gebracht hat. Aufgrund der Grenznähe und der günstigen Preise ist dieses Shopping Centre auch sehr beliebt. Allerdings ist die Ware wohl eher selten echt.
Der Komplex besteht aus 5 Stockwerken gefüllt mit unzähligen kleinen Läden, die eher an Straßenstände erinnern. Als ich das Gebäude betreten habe, fing der Spaß auch schon an. 30 Minuten lang wurde ich permanent angesprochen: "Missie, Missie. DieVieDie, Copy Watch, Hand Bag. Cheap".
Dabei tatschen sie dir auch dauernd an den Arm. Gelegentlich kam auch der Hinweis auf T- Shirts oder USB- Sticks. Das einem schnell auf die Nerven geht, brauche ich glaube ich nicht erwähnen. Bei mir als Nicht- Asiaten, waren sie glaube ich noch aufdringlicher. Als Asiate war man aber dennoch nicht geschützt davor.
Jedenfalls habe ich eine Pause nach der halben Stunde gebraucht nachdem ich es nicht mehr ertragen habe. Ich wurde zwar vorbereitet und habe es mehrfach im Internet gelesen konnte mir es aber dennoch nicht so extrem vorstellen. Wieder an der frischen Luft und mit einem Blick auf den grünen Sperrstreifen nach Hong Kong habe ich mich entschieden nach Dongmen zu laufen. Das ist die Gegend in der ich schon sonntags zuvor war und die mir deutlich angenehmer vorkam.
Nach meiner Straßenkarte waren es auch nur ca. 700-800m was ich aber im Nachhinein bezweifle. Aufgrund der Distanz hatte ich mich jedenfalls gegen die U-Bahn und fürs Laufen entschieden. Das war wohl ein Fehler. Kaum bin ich ein paar Meter von dem Einkaufszentrum entfernt werde ich wieder angequatsch und mir dabei an den Arm getatscht.
"Missie, Missie here (und zeigt auf ein Gebäude direkt neben mir). Missie, come. Beautiful girl love you...". Das war wohl eine illegale Zuhälterin, die auch noch sehr penetrant war. Ich ging relativ zügig und hab sie an allen Gegenständen und Personen abgestreift, die auf dem Weg lagen. Dennoch rannte sie mindestens 100m neben und hinter mir her, bevor sie endlich Ruhe gab. Eine weitere hatte mich nach einem Nein wenigstens in Ruhe gelassen. Jedenfalls ist da meine Entscheidung gefallen später mit der U-Bahn zurück nach Lou Hu zu fahren.
Nach einer guten Stunde in Dongmen habe ich mich dann wieder zurück begeben da ich noch ein paar Polo- Shirts kaufen wollte. Diesmal wusste ich was mich erwartet und auch wo in etwa ich hingehen muss. Daher war das ganze Spektakel diesmal ertragbar.
Der Kaufprozess läuft dabei immer ähnlich ab. Man kommt in den Laden, probiert was man kaufen will und untersucht es erstmal auf Fehler oder Flecken.
Bei Flecken wird dann immer gesagt ,kein Problem geht bei der ersten Wäsche raus, was ich zwar glaube aber dennoch nicht kaufen möchte. Dann fängt das Feilschen an. Man bekommt einen viel zu hohen Preis genannt und kontert völlig erschrocken mit ca. 20%. Irgendwann einigt man sich irgendwo in der Mitte. Wenn sich die Shirts als ganz brauchbar rausstellen werde ich mir wohl noch welche holen. Mit der ersten Erfahrung kann ich vielleicht auch besser verhandeln.
Zum Abschluss kann ich nur sagen, dass man die Erfahrung mitnehmen sollte, wenn man für ein paar Tage in Hong Kong oder Shenzhen ist. Ob sie nun positiv oder negativ ist, hängt von der Persönlichkeit ab. Ich bin noch unentschlossen nachdem ich beim 2. Besuch innerhalb weniger Stunden ganz gut zu Recht kam.
