Probleme in Südafrika

Information

Probleme in Südafrika

Probleme in Südafrika

Probleme in Südafrika

Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika in den letzten 10 Jahren gibt es noch immer sehr große soziale Probleme.

So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der Bevölkerung leben in so genannten Townships. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Nach wie vor ungelöst ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestieren.

Townships

Townships dienten während der Apartheid in Südafrika als Wohngegenden für die schwarze, die farbige oder die indische Bevölkerung. Sie konnten Ausmaße einer ganzen Stadt annehmen. Ein typisches Beispiel ist Soweto (South Western Township), ein Stadtteil von Johannesburg in der Provinz Gauteng.

Homelands

Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet. Die weißen Apartheids-Führer nannten die Homelands Bantustan. Sie wollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der "separaten Entwicklung" auch territorial durchsetzen und formell unabhängige Staaten der Schwarzen in Südafrika schaffen, deren Bewohnern (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands waren ökonomisch, finanziell und militärisch jedoch vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar.

AIDS in Südafrika

Aids gilt als die "tickende Zeitbombe" Südafrikas. Auf der Website der Südafrikanischen Aidsstiftung (Aids Foundation of South Africa) werden Prognosen zitiert die besagen, dass innerhalb der nächsten drei Jahre jährlich fast 250.000 Südafrikaner an Aids sterben werden. Diese Zahl soll bis zum Jahr 2008 auf 500.000 jährlich anwachsen.

Man erwartet, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 60 Jahren (1998) auf etwa 40 Jahre (2008) fallen wird.

Die Aids-Epidemie, so der Standpunkt der Aids-Foundation, wird durch mehrere Faktoren verschärft, u. a. durch:

 

  • Auseinanderbrechen der Familien durch Apartheid und Wanderarbeit
  • Hohe Mobilität
  • Armut und niedrigen Bildungsstand mit der Folge riskanteren Sexualverhaltens und Prostitution
  • Hohe Zahl der Fälle von Geschlechtskrankheiten
  • Niedriger Status der Frauen, der es ihnen erschwert, sich bei sexuellen Beziehungen zu schützen
  • Eine neue Sexualmoral, die häufigen Partnerwechsel akzeptiert
  • "Kultureller Widerstand" gegenüber Kondomgebrauch
  • Mangel an neutralen Informationen und Leugnen sexueller Aktivitäten von Jugendlichen
  • Leugnen von Homosexualität innerhalb der schwarzen Bevölkerung, mangelnde Vorsorge für Schwule durch die Regierung
  • In den Dörfern sind oft noch geachtete "Weise" (Medizinmänner) anzutreffen. Diese haben in den seltensten Fällen eine ausreichende medizinische Ausbildung. Sie sind somit bei der Behandlung und der Einschätzung von Aids überfordert und geben nicht selten falsche Ratschläge.

Durch die hohe Kriminalitätsrate und die Stellung der Frau sind auch Vergewaltigungen sehr häufig, weshalb der Virus erneut sowohl durch die Täter als auch durch die Opfer verbreitet wird.

  • Die Pharmaindustrie in Europa und den USA hat längst moderne Medikamente zur Behandlung von Nebenerkrankungen und zur Hemmung des Virus entwickelt. Der Gebrauch dieser durch Patente geschützte Medikamente ist für den größten Teil der Bevölkerung jedoch unerschwinglich. Die Industrie weigerte sich lange, die Preise der Medikamente zu senken. Die Hersteller von Generika (Nachahmermedikamente) werden regelmäßig wegen Patentverletzungen verklagt. Selbst die Unterstützung durch die WTO und die WHO verhalf den Verhandlungen 2003 nicht zum Erfolg. So stehen bisher oft nur veraltete Medikamente zur Verfügung.
  • Anfang April 2004 meldete die Weltbank, dass mehr als 120 Entwicklungsländer künftig Aids-Medikamente und -Tests zu erheblich reduzierten Preisen einkaufen können. Dies basiert auf einer Vereinbarung zwischen der Clinton-Stiftung und den Pharmaherstellern. Die Behandlung eines Aids-Patienten soll dadurch um zwei Drittel günstiger werden.

    Dieser Artikel basiert auf dem Artikel zu Südafrika aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.